Lampe an!

Allgemein

Momentan gibt es viele Wege, Krumpfz glücklich zu machen: Ein echter Dauerbrenner ist immer noch das „Guck guck!“-Spiel in all seinen Varianten (mit Tuch, mit Kissen, hinter der Tür, hinter den eigenen Händen, im Kinderwagen…). Und auch mit einer angekündigten Kitzelattacke („Ist hier etwa jemand…kitzelig?!“) kann man ihn zuverlässig zum Lachen bringen. Außerdem steht er seit neustem wieder auf seine Rassel – zumindest dann, wenn Krumpfz’ Papa sie mit einem onomatopoetischen „Boing! Boing!“ auf dem Boden hüpfen lässt. Und auch das Hin- und Herschwingen in der Babyschaukel auf dem Spielplatz entlockt ihm – nach anfänglicher Skepsis – nun fröhliche Jauchzer und Gluckser.

Das alles konnten wir Eltern mehr oder minder vorhersehen. Nicht jedoch das: Krumpfz hat eine absolute Leidenschaft für Lampen. Ja, richtig gelesen: für Lampen! Wobei Deckenlampen im wahrsten Sinne des Wortes ganz oben auf der Krumpfz’schen Beliebheitsskala stehen.

Anfangs haben wir seine Passion noch lapidar als Phase abgetan und an Krumpfz’ Bedürfnis nach Erleuchtung teilweise vorbeierzogen. Während unseres Urlaubs auf der Insel Texel vor zwei Wochen hielten wir es beispielsweise für eine äußerst geniale (und superpädagogische!) Idee, mit ihm in das dortige Naturkundemuseum zu gehen, das gleichzeitig Zufluchtsort für kranke Seevögel, Seehunde und anderes Seegetier ist. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass ihn die Tiere null interessierten. Lediglich den Seehunden im Becken vor uns schenkte er gefühlte 15 Sekunden Beachtung und bekam dann zunehmend schlechte Laune. Diese besserte sich erst im museumseigenen Café, wo wir entnervten Eltern nach Koffein und einer Pause suchten. Denn dort gab es große, lichtstarke Hängelampen. Trugen wir ihn darunter hindurch, reckte er sich interessiert der Raumbeleuchtung entgegen, zeigte darauf und machte „Au!“ und „Wow!“.

Seit diesem Erlebnis setzen wir Lampen als Stimmungsaufheller im Alltag ein. Krumpfz windet sich beim Wickeln? – Kein Problem, ich wickele ihn weiter, während Krumpfz’ Papa die Schlafzimmerlampe an- und ausschaltet und das Geschehen kommentiert („Lampe an!“, „Lampe aus!“). Krumpfz bremst beim Krabbeln mit seinem Gesicht? – Schnell mit ihm zur nächstgelegenen Lichtquelle laufen und mit der Frage „Wo ist denn hier die Lampe?“ ablenken!

Und erst gestern Abend hat uns unsere milchgläserne Esstischlampe gerettet: Nachdem ich Krumpfz ins Bett gebracht und gerade diesen Blog begonnen hatte, kam plötzlich ein greller Schrei aus dem Schlafzimmer. Ich sprang sofort zum Kleinen ans Bett, aber weder Tragen noch Stillen konnten ihn beruhigen. Deshalb rief ich nach meinem Mann. Der versuchte es zunächst ebenfalls, Krumpfz auf seinem Arm zu trösten. Als auch das nichts half, hatte er die Idee: Er wechselte den Raum und begann, mit Krumpfz die Lampen in der Wohnung anzuschauen. Sofort beruhigte sich der Kleine etwas.  Als mein Mann – im Wohnzimmer angekommen – dann auch noch begann, die Esstischlampe abwechselnd an und aus zu dimmen und das Glas durch Antippen klingen zu lassen, hatte Krumpfz seinen Alptraum oder Schmerz (vom Impfen… vom Zahnen? Wir wissen es nicht!) ganz vergessen und ich konnte ihn wieder ins Bettchen legen.

Krumpfz hat also ein echtes Faible für Lampen. Ich nehme das inzwischen sehr ernst – und gehe jetzt einmal pro Woche mit ihm in die Lampenabteilung des hiesigen Baumarktes. Wer uns begleiten will: einfach den „Au!“- und „Wow!“-Ausrufen meines Sohnes folgen. Wahrscheinlich stehen wir unter dem LED-Himmel und gucken in die Sterne.

 

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